Deutschland im Generationenvergleich: Junge treiben Klassik-Konzerte an, Babyboomer hinken europaweit hinterher

Candlelight® by Fever präsentiert Classical Pulse 2026, die erste internationale Analyse von Konsumgewohnheiten klassischer Musik, mit Erkenntnissen aus einer Befragung von mehr als 8.000 Menschen in zehn Ländern

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Berlin,- In den vergangenen zwölf Monaten waren es vor allem die Generation Z und die Millennials, die den Besuch klassischer Konzerte in Deutschland anführten, während die Babyboomer hierzulande zu den Altersgruppen mit den niedrigsten Besuchsraten in Europa zählen. Dies geht aus dem Bericht Classical Pulse 2026: Classical Music Consumption Insights hervor, der ersten weltweiten Studie von Candlelight®, der von Fever präsentierten Konzertreihe. Die Untersuchung analysiert die Gewohnheiten von mehr als 8.000 Menschen in zehn Ländern.

Die unabhängig durchgeführte Studie* untersucht, was Menschen dazu motiviert, sich mit klassischer Musik zu beschäftigen, welche Hürden bestehen und wie Erlebnisse besser an die Erwartungen des Publikums angepasst werden können.

Unter 45-Jährige prägen das klassische Konzertpublikum in Deutschland, Babyboomer europaweit auf dem zweitletzten Platz nach dem Vereinigten Königreich

Laut der Umfrage haben 62 Prozent der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben ein klassisches Konzert besucht. Damit belegt Deutschland weltweit den vierten Platz und liegt in Europa auf Platz zwei, hinter Spanien, Mexiko und Brasilien. Besonders ausgeprägt ist das Interesse bei jüngeren Generationen. 87 Prozent der unter 45-Jährigen haben im vergangenen Jahr mindestens ein Konzert besucht. Auch bei den 45- bis 54-Jährigen bleibt die Beteiligung hoch. 81 Prozent nahmen im gleichen Zeitraum an einem Konzert teil.

Bei älteren Zielgruppen zeigt sich jedoch ein Rückgang. 31 Prozent der Babyboomer in Deutschland haben im vergangenen Jahr kein einziges klassisches Konzert besucht. Damit weist Deutschland nach Spanien mit 30 Prozent die zweitschlechteste Quote in Europa auf. Im Vereinigten Königreich ist der Rückgang noch deutlicher. Dort besuchten 42 Prozent der Babyboomer kein Konzert. Insgesamt sind europäische Babyboomer jedoch stärker engagiert als in Australien, Kanada und den USA, wo jeweils über 40 Prozent dieser Altersgruppe im vergangenen Jahr kein klassisches Konzert besuchten.

Moderates Engagement für klassische Musik in Deutschland

Deutschland zeigt insgesamt ein moderates Engagement für klassische Musik. 36 Prozent der Befragten geben an, kein Interesse an dem Genre zu haben oder nicht involviert zu sein. Damit liegt Deutschland gleichauf mit den USA und Australien und zählt zu den drei am wenigsten engagierten Ländern Europas, nach dem Vereinigten Königreich und Frankreich mit jeweils 40 Prozent. Gleichzeitig berichten 25 Prozent der Deutschen, dass sie aktiv als Musikerinnen und Musiker, Lehrende oder Studierende involviert sind, weitere 18 Prozent kennen jemanden aus ihrem persönlichen Umfeld, der aktiv ist. Zusammengenommen ergibt dies einen Anteil von 43 Prozent mit direktem Bezug zur Musikpraxis, was auf eine stärkere persönliche Verankerung als in einigen anderen Märkten hinweist.

Desinteresse und Exklusivitätswahrnehmung begrenzen die Reichweite klassischer Musik

In Deutschland stellt Desinteresse die größte Hürde für den Konzertbesuch dar. 38 Prozent derjenigen, die noch nie ein klassisches Konzert besucht haben, nennen dies als Hauptgrund. Damit liegt Deutschland knapp hinter dem Vereinigten Königreich mit 39 Prozent. Darüber hinaus spielen Wissenslücken, Kosten und Zugänglichkeit eine Rolle. 25 Prozent fühlen sich nicht ausreichend mit klassischer Musik vertraut, 22 Prozent nennen hohe Ticketpreise und 17 Prozent das Fehlen entsprechender Angebote in ihrer Nähe. Zudem empfinden 13 Prozent Konzerte als zu formell, 12 Prozent als zu lang oder langweilig und 10 Prozent geben an, niemanden zu haben, mit dem sie ein Konzert besuchen könnten. Diese Ergebnisse zeigen, dass klassische Musik für einen Teil der Bevölkerung weiterhin als exklusiv, komplex und schwer zugänglich wahrgenommen wird.

Neue Chancen für eine stärkere Publikumsbindung

Trotz des moderaten Engagements macht die Studie deutlich, dass es in Deutschland klare Ansatzpunkte gibt, um neue Zielgruppen zu erreichen. Während traditionelle Konzertsäle weiterhin dominieren, wächst das Interesse an innovativeren Formaten. Visuelle Effekte werden von 27 Prozent der Befragten als wichtiger Anreiz genannt, dicht gefolgt von Genre-Vermischungen mit 25 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass kreative Inszenierungen und stilübergreifende Konzepte das Interesse erweitern können. Auch ungewöhnliche Spielstätten wie Wahrzeichen, Museen oder Hotels stoßen bei 21 Prozent auf Zustimmung. Interaktive Elemente finden mit 9 Prozent vergleichsweise wenig Anklang, was darauf hindeutet, dass das deutsche Publikum weiterhin eher zuhören und beobachten möchte, statt aktiv teilzunehmen.

Die klassische Musik von heute wird von jungen, digital geprägten Zielgruppen getragen, durch persönliche und soziale Verbindungen gestärkt, durch Zugangs- und Interessensbarrieren herausgefordert und zunehmend durch immersive Formate sowie außergewöhnliche Orte neu definiert. Die Zukunft der klassischen Musik liegt nicht nur im Zuhören, sondern im Erleben und im Erreichen von mehr Menschen auf vielfältigere Weise.

*Die Online-Befragung wurde von Dynata unter 8.000 Erwachsenen durchgeführt, jeweils 800 pro Land. Die Stichproben wurden nach Geschlecht, Alter und Region so gewichtet, dass sie die jeweilige nationale Bevölkerung abbilden.

Den vollständigen Bericht Classical Pulse 2026 können Sie hier herunterladen und mehr über die Ergebnisse erfahren.

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Über Fever

Fever ist die weltweit führende Technologieplattform zur Entdeckung von Kultur- und Live-Entertainment-Erlebnissen. Im vergangenen Jahr inspirierte Fever mehr als 300 Millionen Menschen dazu, die besten Erlebnisse in über 40 Ländern zu entdecken. Mit dem Ziel, den Zugang zu Kultur und Entertainment im realen Leben zu demokratisieren, ermöglicht Fever einzigartige Events, von immersiven Ausstellungen und Sportveranstaltungen bis hin zu interaktivem Theater, Konzerten und Festivals, und unterstützt seine Partner weltweit mit Daten und Technologie bei der Entwicklung neuer Formate.

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